Musik schafft Atmosphäre und fördert Produktivität in Coworking Spaces. Doch das Abspielen von Musik, selbst Hintergrundmusik, erfordert in den meisten Fällen eine GEMA-Anmeldung, da es als „öffentliche Wiedergabe“ gilt. In diesem Beitrag erfährst du, wann du eine Anmeldung benötigst, welche Ausnahmen es gibt und welche Alternativen dir zur Verfügung stehen, um deinen Space rechtlich abzusichern.
Wird Musik nicht nur privat, sondern in einem öffentlich zugänglichen Raum gespielt, spricht das Urheberrecht von einer „öffentlichen Wiedergabe“. Für Coworking Spaces bedeutet das, dass schon leise Hintergrundmusik in der Lounge oder im Eingangsbereich eine GEMA-Lizenz erforderlich macht.
Ausnahmen gibt es nur, wenn ein sehr kleiner, geschlossener Nutzerkreis ohne üblichen Publikumsverkehr betroffen ist. Das trifft auf Coworking Spaces normalerweise nicht zu.
Bevor du Musik in deinem Space abspielst, melde dich bei der GEMA an. Die Kosten hängen von der Fläche, der Art der Nutzung und der Häufigkeit ab.
Deshalb ist es für Betreiber wichtig, die Musiknutzung im Space systematisch zu erfassen und die GEMA-Anmeldung frühzeitig einzureichen.
Viele Coworking Spaces verwenden Spotify, Apple Music oder Deezer. Diese Dienste sind standardmäßig nur für den privaten Gebrauch lizenziert. Für die kommerzielle Nutzung benötigst du entweder spezielle Business-Lizenzen – wie die von Soundtrack Your Brand, einem Dienst, der auch das Hochladen von Spotify-Playlists ermöglicht – oder du musst auf andere Anbieter zurückgreifen.
Wichtig: Eine Business-Lizenz ersetzt nicht die GEMA-Anmeldung. Du erlaubt lediglich die gewerbliche Nutzung des Dienstes, während die GEMA die Rechte der Künstler an der Musik selbst verwaltet.
Auch Veranstaltungen in deinem Space, wie After-Work-Partys, Eröffnungen oder Konferenzen, fallen unter die GEMA-Pflicht. Hierfür bietet die GEMA spezielle Tarife an, die nach Art der Veranstaltung und Besucherzahl berechnet werden. Wenn du regelmäßig Events veranstaltest, informiere dich vorab über mögliche Pauschalregelungen.
Dein Coworking Space möchte Spotify-Playlists legal abspielen und nutzt dafür Soundtrack Your Brand sowie die Anmeldung bei der GEMA.
Dein Space hat eine Gesamtfläche von 350 m². Wichtig: Musik muss nur für die Flächen angemeldet werden, auf denen tatsächlich Musik abgespielt wird.
Du spielst Musik ausschließlich in der 30 m² großen Küche ab.
Bei der GEMA wählst du „Hintergrundmusik“ aus. Als Coworking Space ordnest du dich der Kategorie Handel, Handwerk und Dienstleistungen zu. Dein Tarif für die Küche beträgt etwa 30 Euro pro Monat.
Zusätzlich buchst du ein Abo bei Soundtrack Your Brand. Das Starterpaket für deine Zwecke kostet 26 Euro im Monat.
Danach lädst du einfach deine Spotify-Liste hoch und kannst loslegen.
Für deine Coworking-Küche zahlst du so monatlich 56 Euro für das Abspielen von Musik.
Manche Coworking Spaces entscheiden sich gegen GEMA-pflichtige Musik und setzen auf GEMA-freie Alternativen. Plattformen mit lizenzfreier Musik bieten viele Vorteile:
Gerade für kleinere Spaces kann das eine kostengünstige und rechtlich unkomplizierte Möglichkeit sein, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
Damit du den Überblick behältst, hilft dir eine einfache Checkliste:
Ein Coworking Space ohne Musik ist selten, aber einer ohne GEMA-Anmeldung fast nie rechtens. Wenn du Musik abspielst, kümmere dich frühzeitig um die Lizenz, um rechtlich abgesichert zu sein. Alternativ bieten GEMA-freie Musikplattformen eine unkomplizierte Option, mit der du Kosten sparst und trotzdem für die richtige Atmosphäre sorgen kannst. Überlege auch, ob eine Kombination aus GEMA-lizenzierter Hintergrundmusik und GEMA-freier Eventmusik die optimale Lösung für deinen Space ist.